Ich wurde am 29.11.1963 in Darmstadt als Einzelkind
und Sohn des Ernst Albrecht Koerner von Gustorf geboren.
Mein Vater arbeitete zu der Zeit an der staatlichen Theaterbühne
zu Darmstadt als Bühnenbildner. Meine Mutter war Bibliothekarin
in der Stadtbücherei Darmstadt. 1964 wurde mein Vater Dramaturg
an den Bühnen. Mit dem Stück »Jussuf-Geschichte einer
Freundschaft« hatte er 1966 seinen Durchbruch. Meine
Mutter und mein Vater betrieben nebenbei einen kleinen Buchverlag,
der alte jüdische Schriften herausgab. Im Rahmen dieser Arbeit
zog unsere Familie 1970 nach Jerusalem, wo mein Vater an der Jischaad-Universität
einen Lehrstuhl als Volksdramaturg erhielt. Ich besuchte dort
die deutsche Grundschule. Mit 10 Jahren begann ich unter dem Druck
meiner Eltern Klavierunterricht zu nehmen. Meine Mutter kam mit
dem Leben in Israel nicht zurecht. Ihre Depressionen zwangen meinen
Vater 1973 sie in psychatrische Behandlung zu geben. Mein Vater
verliebte sich in eine Englischlehrerin an der Uni. Ohne unsere
Mutter zogen wir 1974 nach Cardiff (Wales). Dort hatte der Vater
der Englischlehrerin einen alten Bauernhof. Ich kam in ein Internat
für ausländische Kinder. Im Sommer 1975 heirateten mein Vater
und die Englischlehrerin, zwei Monate später hatte sie eine Fehlgeburt
an der sie fast gestorben wäre. Mein Vater machte in der Abendschule
ein Diplom für Computerinformatik und arbeitete dann
für die finnische Firma Nokia. Im Juni 1976 wurde mein
Vater in die Aussenstelle nach Den Haag (Niederlande) versetzt,
ich kam in das städtische Gymnasium Frans Hals, an dem
meine neue Mutter ebenfalls als Englischlehrerin beschäftigt wurde.
Im Dezember desselben Jahres überfuhr mein Vater im angetrunkenen
Zustand einen Rentner der daraufhin starb. Mein Vater wurde zu
drei Jahren Gefängnis verurteilt. Zur gleichen Zeit machte ich
meine ersten Rauschgifterfahrungen in Amsterdam. Bei einer Razzia
wurde ich festgenommen und traf im Gefängnis meinen Vater. Im
Winter 1978 kam mein Vater wegen guter Führung aus dem Gefängnis,
mit der Auflage die Niederlande innerhalb von drei Tagen zu verlassen.
Die Computerfirma bot ihm einen Job in Tripolis an. Meine neue
Mutter weigerte sich mitzugehen, so daß ich mit meinem Vater alleine
nach Tunesien ging. Am Flughafen wurde mein Vater wegen »Spionagetätigkeit
für das Land Israel« verhaftet. Ich kam zu englischen
Freunden die mein Vater in Tripolis kannte. Diese hatten die deutsche
Vertretung der Firma Lehmann und Bruhns, die Lüftungsschächte
herstellte. Ich wurde angelernt, und als der Mann schwer krank
wurde, übernahm ich im Sommer 1980 die Führung des Geschäfts.
Im Winter 1981 erkrankte mein Vater im Gefängnis an TBC,
und starb daran zwei Monate später. Ich ging zurück nach Darmstadt,
wo ich bei Lehmann und Bruhns Darmstadt eine leitende
Stellung bekam. Es gelang mir sogar das Haus meiner Eltern zu
kaufen. Im Frühjahr 1983 kehrte meine Mutter aus der israelischen
Psychatrie zurück. Ich holte im Abendgymnasium mein Abitur nach,
und studierte an der Uni Darmstadt Heizungs-und Lüftungsbau.
Am 4. Juli 1986 erschütterte eine Gasexplosion unser Haus. Bei
diesem Unfall wurde meine Mutter auf dem rechten Auge blind. Ich
brachte sie in eine Speziallinik für Augenschäden nach Berlin,
wo ich im Herbst 1987 Max Müller kennenlernte. Zusammen
gründeten wir die Band »Campingsex« und 1989
die Band M U T T E R. Zur Zeit arbeite
ich als freier Filmproduzent für Kino und Fernsehen in Berlin.¶
s c h r a m m f i
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